Leseempfehlungen,  Lesemonat

Lesemonat | Der Start ins Lesejahr 2022

Mit dem Januar ist nun schon wieder der erste Monat des Jahres vorüber. Ein Monat, der mich vor Entscheidungen stellte und gleichzeitig so befreiend war. Dies zeigt sich auch in meinem Lesemonat. Seit langem ist es mir endlich mal wieder gelungen fünf Bücher zu beenden. Urlaub und richtige Lebensentscheidungen lassen manchmal den Knoten platzen.
Aber zurück zu den Büchern – meine gelesenen Bücher im Januar:


Die Frauen – Evie Wyld
Mama – Jessica Lind
Der Weg nach Hause – Sofia Lundberg
Wo die Wölfe sind – Charlotte McConaghy
Giovannis Zimmer – James Baldwin


Die Frauen – Evie Wyld
Evie Wyld thematisiert in ihrem Roman „Die Frauen“ auf vielfache Weise die psychische und physische Gewalt, denen Frauen ausgesetzt werden. So begleiten wir Ruth und Viv, deren Leben durch ein Haus am Bass Rock, der Handlungsort des Romans, eng verknüpft sind. Ich persönlich flog regelrecht durch die Seiten; auch wenn die grundlegende Thematik des Buches recht bedrückend ist. Diese Thematik wird mit den am Ende jedes Oberkapitels zu findenden anonymen Gewalttaten, die den Protagonistinnen und deren Umfeld geschehen, zusätzlich verstärkt. Wyld gelingt es somit den Übergriffen eine Allgemeingültigkeit zuzuschreiben, in die sich Betroffene wiederfinden können. Eine Art zu erzählen, die ich sehr mochte. Nur das Ende lies mich ein wenig ratlos zurück. Zu schnell, zu abrupt und die Aussage des gesamten Textes schien sich ein wenig zu verlieren.

Mama – Jessica Lind
192 Seiten, die doch so unfassbar perfekt beschrieben sind, die trotz alle des Irrsinns unfassbar gut harmonieren und am Ende das perfekte Gesamtbild abgeben. 
Zentrum der Handlung ist eine Hütte im Wald. Die Hütte, in der Josef als Kind zeitweise aufgewachsen ist. Aber eben die Hütte im Wald, in der Josef seinen Vater verloren hat. Und genau in dieser Hütte machen Josef und Amira Urlaub, damit Amira sehnlichster Wunsch in Erfüllung geht: Endlich schwanger werden. In vier zeitlichen Abschnitten reisen wir als Leser*innen mit Josef und Amira in diese Hütte und bei jeder neuen Ankunft hat sich ihr Leben verändert. Doch eins scheint immer gleich zu bleiben: Die Hütte im Wald. Dabei birgt die Hütte Geheimnisse, die Amira, ihre Ehe und ihre Mutterschaft aus dem Gleichgewicht zu bringen scheint. Was ist real? Wer ist dieses Kind? Warum sieht der Wanderer ihrem eigenen Mann so ähnlich? Was hat das Ganze mit dem Märchenbuch von Josefs Vater auf sich? Literarisch so gut aufgearbeitet, dass ich am Ende gar nicht mehr wusste, was real und was Einbildung ist. Gerne mehr davon!

Der Weg nach Hause – Sofia Lundberg
Zwei Freundinnen, die wie Schwestern aufwuchsen und sich doch aus den Augen verloren haben: Lilly und Viola verbringen ihre Kindheit Tag für Tag miteinander. Sie erleben die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander und versuchen füreinander immer eine Stütze zu sein. Bis Lilly eines Tages untertaucht und nichts mehr von sich hören lässt.
Erzählt wird die Handlung von „Der Weg nach Hause“ in verschiedenen Zeitstufen. In der Gegenwart begleiten wir Viola; die Vergangenheit wird im jährlichen Rhythmus abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonistinnen erzählt. Im Zentrum steht hierbei immer der 12. August. Ein Datum, das einen großen Einfluss auf Lillys Leben haben wird. Durch diese Erzählweise können wir als Leser*innen nachempfinden, wie es den beiden Mädchen ergangen ist und warum eben genau diese Entscheidungen getroffen wurden. Eine Erzählform, die der Handlung eine ganz neue Tiefe bietet.
Doch komplett überzeugen konnte mich „Der Weg nach Hause“ nicht. Es ist spannend und mitfühlen geschrieben, doch leider ist es für mich am Ende nicht vollends rund. Der finale Plottwist verfestigte sich für mich bereits ab der Mitte des Buches, sodass die große Überraschung am Ende ausblieb. Wurden zudem die einzelnen Jahre recht detailliert beschrieben, kam das Ende recht plötzlich. Auf wenigen Seiten wurden alle Konflikte aufgearbeitet, die sich in den Jahren zuvor angesammelt hatten. Eine Entwicklung, die meinen Blick auf das Buch etwas getrübt hat. Schön für zwischendurch, aber vermutlich nichts, was lange nachhallen wird. 

Wo die Wölfe sind – Charlotte McConaghy
Nach „Zugvögel“ erscheint endlich ein neuer Roman von Charlotte McConaghy: „Wo die Wölfe sind“.
Merkt euch mal den 30.03.2022 vor – dann erscheint „Wo die Wölfe sind“ und ich kann euch endlich verraten, wie mir das Buch gefallen hat.

Giovannis Zimmer – James Baldwin
Bei „Giovannis Zimmer“ von James Baldwin fällt es mir wirklich schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Die Bedeutung des Buches zur damaligen Zeit mag ich mir kaum vorstellen. Die gesellschaftlichen Fänge, in denen vor allem David feststeckt, nehmen der Liebe zwischen Giovanni und David den gesamten Raum. Eine sich langsam aufbauende Katastrophe scheint kaum noch aufhaltbar zu sein. Intensiv geschrieben – ein Klassiker, der wohl jeder/jede gelesen haben sollte.

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