Rezension,  Roman

Tiger – Polly Clark

Der Eisele Verlag ist mir in den Wochen regelrecht ans Herz gewachsen. Jedes Buch, das erschienen ist, wirkt bewusst ausgewählt und es fühlt sich grade einfach so an, als könnte ich alles lesen und nichts davon würde mich enttäuschen. Es lässt sich also schon erahnen, dass mir “Tiger” von Polly Clark gefallen hat. Das WARUM möchte ich euch im Folgenden erläutern.


Titel: Tiger
Autorin: Polly Clark
Übersetzerin: Ursula C. Strum
Verlag: Eisele-Verlag
Preis: Hardcover (22€), E-Book (17,99€)
Seiten: 430


Zum Inhalt

Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, fremd und roh in ihrer Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Zina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird.

Meine Meinung

Nachdem mir “Zugvögel” von Charlotte McConaghy bereits sehr überzeugen konnte, trifft auch “Tiger” von Polly Clark den Nagel der Zeit, denn innerhalb ihres Romans thematisiert auch Clark die Auswirkungen des Menschen auf das Ökosystem: Hier am Beispiel der Tundra in Sibirien – der Lebensraum der Amurtiger. Auf gekonnt literarische Art nimmt sie uns, im Verlauf der Handlung, mit in den Lebensraum der Tiger und zeigt uns anhand Tomas Tierschutzstation, wie das Leben mit den Tiger und vor allem der Artenschutz möglich ist. Durch die verschiedenen Erzählspränge baut Clark eine Verbindung zwischen London – genauer gesagt einem Zoo und dem natürlichen Lebensraum in Sibirien auf.

Bereits das erste Kapitel konnte mich von Frieda überzeugen – sie war mir auf ihre ganz eigene und verschobene Art sympathisch, weswegen ich nach beenden des ersten Teiles erst einmal mit Schrecken feststellen musste, dass “Tiger” nicht ausschließlich aus der Sicht von Frieda erzählt wird. Ein Fakt, der mich zunächst etwas traurig zurück ließ, denn ich mochte Frieda und ihre Verbindung zu Luna. Doch rückblickend muss ich gestehen, dass die Vierteilung des Plots eine wundervolle Art des Erzählens ist, um die verschiedenen Emotionen und Ereignisse glaubhaft und spannend darzustellen. Durch sie wird eine Konstrukt möglich, das den Leser*in erst gegen Ende des Buches ersichtlich wird. Vielmehr kann ich euch auch leider gar nicht dazu verraten, denn alles weitere würde euch die Handlung spoilern. Der Blurb von Mareike Fallwickl trifft es jedoch in einem Satz ziemlich treffend:

Dieses Buch ist selbst wie ein Tiger: zutiefst faszinierend, unberechenbar und von selten Schönheit.

Mareike Fallwickl

Wenn ihr “Zugvögel” von Charlotte McConaghy (Rezension) und “Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens (Rezension) mochtet, dann könnte euch “Tiger” ebenfalls gefallen – mir erging es zumindest so.

Eure Isa.

3 Comments

  • Sandra Falke

    Der Eisele Verlag fällt mir auch immer mehr und mehr auf!
    Ich fand das Buch ebenso großartig, die Rezi ist für kommende Woche geplant. Dass der Roman sich von Frieda abgewendet hat, passte mir auf Anhieb auch nicht, aber wie die Autorin die Geschichte in sich zusammenkommen lässt, ist am Ende wirklich hervorragend und funktioniert!
    Lieben Gruß 🙂
    Sandra

    • Isa

      Mich spricht die Auswahl der Bücher aktuell extrem an. Mag es, dass das Programm recht überschaubar ist und so kleine Schätze ihren Weg auf den Markt finden 🙂
      Ich empfand den Einstieg mit Tomas auch recht schwierig. Hab recht lange gebraucht, bis ich mit ihm warm wurde. Aber wie du schon sagst, am Ende passt es hervorragend zusammen.

      Liebe Grüße
      Isa

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