Rezension,  Roman

Liebe in Lourdes – Sophie von Maltzahn

Vor wenigen Tagen hat mich Überraschungspost vom Kiwi-Verlag erreicht. Bereits der Titel „Liebe in Lourdes“ hat mich, wenn ich ehrlich bin, sehr abgeschreckt. Ich bin weder sonderlich religiös, noch beschäftige ich mich gerne mit diesem Thema. Aber dies sind Gründe, die den Blogpost sprengen würde. Leider war meine Skepsis, wenn auch nicht auf den religiösen Teil bezogen, nicht unbegründet. Warum mit „Liebe in Lourdes“ von Sophie von Maltzahn nicht zugesagt hat und welche Punkte mir ein Dorn im Auge sind, könnt ihr im Folgenden nachlesen.

Allgemeine Infos zum Buch


Titel: Liebe in Lourdes

Autorin: Sophie von Maltzahn

Verlag: Kiwi-Verlag

Seitenzahl: 244

Preis: Hardcover (20€) E-Book (16,99€)

Über folgende Links gelangt ihr direkt zum Buch:

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Zum Inhalt

Jahr für Jahr pilgert der Adel in Ordensformation nach Lourdes. Diese spirituelle Reise im Dienste der Bedürftigen ist ein wichtiger Teil der aristokratischen Erziehung – und gleichzeitig ein idealer Heiratsmarkt. Neu dabei ist Kassandra, Ende dreißig und nur bedingt erlösungswillig – doch die Tage im »Heiligen Bezirk« werden sie alles andere als unberührt lassen.

Meine Meinung

Meine Rezension zu „Liebe in Lourdes“ konnte ich nicht sofort schreiben. Zu viele Gedanken schwirrten mir in meinem Kopf herum. Zwar wurde ich, mit der Zeit, etwas versöhnlicher mit Maltzahn neuestem Werk, doch mit ausreichenden Abstand betrachtend, überwiegen die negativen Aspekte um weiten. Aber beginnen wir mal am Anfang.
Der Sprachstil kann oftmals sehr entscheidend sein. Zwar sieht man auch mal gerne darüber hinweg, wenn der Rest des Buches stimmig ist, aber dies war im Falle von „Liebe von Lourdes“ nicht der Fall. Gefühlt ab Seite 1 störte mich der sprachliche Stil und so recht wollte ich mich auch nicht daran gewöhnen. Müsste ich ihn in eigenen Worten beschreiben, dann wären es wohl Folgende: obszön (vor allem an den falschen Stellen), gespickt mit Anglizismen und ein Anschein von unbeholfener jugendlicher Sprache. Unterstützt wurde dieser Eindruck von den sehr kurz gehaltenen Kapiteln (zum Teil nur 1 1/2 Seiten lang), wodurch viele Hintergrundinformationen verloren gingen, und die Handlung scheinbar nur an der Oberfläche kratzte.

Aber nicht nur die Sprache würde ich kritisieren, sondern auch einen Punkt den Alexandra von readpackblog (Schaut unbedingt mal auf ihrer Seite vorbei! Es ist faszinierend zu lesen, wie eine Betroffene über die Problematik des Buches schreibt.) in ihrer Rezension angesprochen hat: Körperlich/geistig Beeinträchtigte werden nicht auf einer Ebene mit Gesunden gestellt, sondern als „Geschöpfe“ bezeichnet. Es wirkt, als wäre sich die Autorin ihrer Verantwortung nicht ganz bewusst gewesen. So beschreibt Maltzahn die Ankunft der Kinder wie folgt:

„Die Türen rollen auf ihren Schienen zur Seite und geben den Blick frei auf noch mehr dieser Geschöpfe, denen die Gene, Gott oder sonst ein Mechanismus das Kreuz eines dysfunktionalen Körpers auferlegt hat.”

Beeinträchtigte Menschen werden als hilflos dargestellt und im Gegensatz dazu sind alle Heilig, die mit diesen „Geschöpfen“ bereit sind, nach Lourdes zu fahren und sich folglich auch um diese zu kümmern. Alexandra schreibt hierzu einen sehr wichtigen Satz auf ihrem Blog, den ich gerne unkommentiert stehen lassen möchte:

„Wie kann man eine aufgeklärte Frau beschreiben, die dem Glauben in einigen Bereichen (zum Beispiel Scheidungen) durchaus skeptisch gegenüber steht, aber dann diese “barmherzige” Arbeit an Kindern mit Behinderungen unreflektiert lassen?“

Einzig (Achtung Spoiler!) die Relativierung des Glaubens gegen Ende des Buches, hat mich ein wenig milde gestimmt. Leider war nur es nur ein Gedanke, rein nach dem Motto: Zum Glück sieht Kassandra selbst ein, dass nicht alles als ein Wunder angesehen werden kann, sondern stattdessen die Pilger in Lourdes empfindlicher sind, für solch übernatürlichen Dinge. Hätte es diese Relativierung am Ende der Handlung nicht gegeben, hätte man diesen Aspekt wohl als die Kirsche auf der Torte bezeichnen können (Spoiler Ende!). Leider kann diese Relativierung das Buch für mich nicht retten. Das Thema wurde meiner Meinung nach einfach schlichtweg falsch angegangen. Statt eine Enddreißigerin in den Fokus der Handlung zu stellen, die mit einer Pilgerfahrt ihr Karmakonto füllen möchte, hätte man besser die Kranken und Behinderten hervorgehoben. Kassandras Beweggründe und Gedanken während der Pilgerreise hätten informativ und intensiv sein können. Leider ist genau das Gegenteil eingetroffen. So hat für mich „Liebe in Lourdes“ leider einen bitterbösen Beigeschmack, den ich nicht so recht los werde.

Falls ihr „Liebe in Lourdes“ gelesen habt, würde mich eure Meinung wirklich sehr interessieren. Schreibt mir gerne!

Eure Isa.

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