Rezension,  Roman

Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen – Ava Reed

Gefühlt die ganze Bookstagramwelt hat „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ von Ava Reed schon gelesen. Kaum wirklich schlechte Stimmen habe ich zu Reeds neuestem Werk gelesen und so wurde auch ich neugierig. Nach „Wir fliegen, wenn wir allen“ ist „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ mein zweites Buch von ihr gewesen und dafür habe ich gerne gegen mein SUB-Jahr verstoßen. Wie mir „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ gefallen hat und was ich kritisieren würde, könnt ihr im Folgendem nachlesen.

Allgemeine Infos zum Buch

Titel: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen*
Autorin: Ava Reed
Verlag: Ueberreuter Verlag
Seitenzahl: 320
Preis: Hardcover (€), E- Book (€)
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Zum Inhalt

Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …


Meine Meinung

„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ist ein Buch, dass man mit Ruhe und Zeit lesen sollte – vielleicht sogar alleine an einem ruhigen Ort, denn das Thema ist keine leichte Kost. Wie bereits der Klappentext erahnen lässt, handelt Ava Reeds neuester Roman von Depressionen. Im Fokus steht hierbei ein junges Mädchen, dass kurz vor ihrem Abitur steht und die allzeit beherrschende Angst nicht abschütteln kann. Dabei finde ich es besonders, dass sie eine junge Protagonistin gewählt hat – dadurch legt sie den Fokus auf etwas ganz Neues – ja fast sogar so, als wolle sie sagen, dass alle Menschen mit dieser Krankheit in Kontakt treten können und niemand davon befreit ist. Jederzeit kann die Krankheit auch dich ergreifen. Diesen Aspekt mag ich sehr gerne, denn dadurch wird ihr Buch realer und greifbarer und bewegt vielleicht so manch Einen zum Umdenken. Zumindest ist das meine Hoffnung.

Dabei gelingt es ihr, mit ihrem sehr angenehm und flüssig zu lesendem Sprachstil – den man von früheren Werken bereits kennt – den Ort der Trauer und Angst zu greifen und in ihre Worte zu verpacken. Denn Ava Reed spricht in ihrem Roman ein Thema an, dass viel zu sehr von der Gesellschaft totgeschwiegen und verleugnet wird, denn nur weil ein Mensch lacht, heißt es noch lange nicht, dass es ihm gut geht. Es ist somit nicht verwunderlich, dass depressive Menschen ihre Probleme niemandem anvertrauen wollen, denn die Angst versagt zu haben, ist allgegenwärtig – auch bei unserer Protagonistin Leni.

Obwohl ich das Thema sehr gut gewählt und auch ihre Charaktere und ihren sprachlichen Stil gut ausgearbeitet finde, gibt es etwas, dass ich kritisieren muss. Leider ging dies nicht spoilerfrei. Wer also das Buch noch lesen möchte, sollte diesen Teil überspringen

Achtung Spoiler!

Ganz ehrlich: Ich persönlich hätte die Liebesbeziehung mit Matti nicht gebraucht – für mich ist das ein Teil der Handlung, der getrost hätte weglassen werden können. Warum muss aus jeder Freundschaft eine Beziehung entstehen? Das Thema des Romans hätte meiner Meinung nach sehr gut für sich alleine stehen können und Matti hätte ihr rein als guter Freund aus ihrer Situation helfen können.

Auf mich wirkt es wie ein aktueller Trend, dass in jedem Plot eine Lovestory versteckt ist – verbessert mich, wenn ich falsch liege. Aber ja, für mich braucht nicht jede Story ein Liebespaar, vor allem kein Buch, dass solch ein ernstes Thema bespricht und anderen Hoffnung vermitteln kann. Denn nicht jeder im realen Leben lernt seine große Liebe in seiner Klinik kennen – manche haben nur ihre Familie und Freunde als Stützen und dies hätte man meiner Meinung nach auch hervorheben können.
Wie steht ihr zu dem Thema? Hat euch die Lovestory auch gestört oder fandet ihr sie richtig gewählt?

Spoiler Ende

Aber dennoch oder grade, weil Ava Reed in „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ein besonderes Thema – auf eine sehr einfühlsame Art und Weise – anspricht, macht es das Buch lesenswert. Ihr Roman an für sich hat mich sehr berührt, aber ihr Nachwort hat bei mir alle Dämme brechen lassen – ich hatte einen regelrechten Stein im Magen. Ava erzählt aus ihrer eigenen Vergangenheit – ihren eigenen Bezug zum Thema und wie wichtig ihr es war, dieses zu verschriftlichen. Besonders berührt haben mich die kleinen Textschnipsen von Betroffenen und ihre aufbauenden Worte. Allein damit hätte man ein ganzes Buch füllen können – ich wünsche Allen ganz viel Kraft auf ihrem Weg und das sie einen Weg finden.

Eure Isa.


*Rezensionsexemplar


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