Rezension,  Roman

Carl Tohrberg – Ferdinand von Schirach

Nach Schuld und Verbrechen ist Carl Tohrberg mein drittes Buch von Ferdinand von Schirach und ich glaube ich werde von seinen Büchern nie genug bekommen. Warum dies so ist und was mir an seinen Geschichten so gefällt, könnt ihr im Folgenden lesen.

Zum Autor:

Ferdinand von Schirach mag nicht der idealtypische Autor sein. Sein Hauptfokus lag vermutlich auf seinem Jurastudium und seiner späteren Kanzlei, in der er auch so manch eine Prominenz ihn nach Rat fragen kam. Mit seinem Beruf als Strafverteidiger kamen mit der Zeit auch seine Geschichten, denn das was er tagtäglich erleben darf, muss einfach die ganze Welt wissen.
Carl Tohrberg wurde 2017 im btb-Verlag veröffentlicht.

Allgemeine Infos zum Buch:

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/von_Schirach_FCarl_Tohrberg_178407.jpg

 

Titel: Carl Tohrberg

Autor: Ferdinand von Schirach

Verlag: btb-Verlag

Seiten: 64

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Zum Inhalt:

Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.

 

Meine Meinung:

Klein aber fein. Ja das trifft ziemlich auf Carl Tohrberg von Ferdinand von Schirach zu. Es umfasst drei wahre Geschichten über drei ganz unterschiedliche Menschen, die sich auf 64 Seiten verteilen. Man könnte meinen, dass auf so wenigen Seiten nicht allzu viel Inhalt zu finden ist, aber Schirach schafft es wieder präzise und auf den Punkt gebracht seine ganz eigenen Geschichten zu erzählen. Und wie man es von Schirachs Werken gewohnt ist, ist das Cover wieder schlicht – aber doch so vielsagend. Mir gefällt es wie immer sehr gut und sieht in jedem Bücherregal toll aus (es muss nicht immer ein aufwändiges Cover sein, oft liegt die Sache im Detail und das kann eben auch sehr minimalistisch gestaltet sein).

Leider fehlen in Carl Tohrberg die klassischen Kommentare von Schirach, die man von seinen früheren Werken Schuld und Verbrechen kennt und liebt. Die einzelnen Schicksäle der Protagonisten werden rational und sachlich – ohne jegliche Emotion – erzählt. Dies ist für mich ein klarer Kritikpunkt, denn mir fehlt das menschliche an der Erzählweise. In seinen Werken Schuld und Verbrechen konnte ich die Schicksale nachvollziehen und mitfühlen – bei Carl Tohrberg ist mir dies nur schwer gelungen – was ich persönlich sehr schade finde, denn auch diese Geschichten sind tiefgründig und zeigen deutlich, was das Leben aus einem Menschen machen kann.

Ferdinand von Schirach gelingt es wieder einmal drei faszinierende Geschichten – Der Bäcker, Seybold und Carl Tohrberg – zu schreiben, die einem vor Augen führen, wie sich das Leben drehen und wenden kann. Das was es zu Scheinen mag, muss nicht immer der Wahrheit entsprechen. Ein seinem Werk Carl Tohrberg zeigt er erneut, dass jeder für sein Glück verantwortlich ist und das viele sich selbst im Weg stehen. Er hält einem wahrlich den Spiegel vors Gesicht und lässt einen immer wieder über das eigene Leben nachdenken.

Von mir gibt es trotzdem eine Leseempfehlung und 4/5.

Eure Isa.

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