Herzensbücher

Herzensbücher #1: Verbrechen – Ferdinand von Schirach

Schon lange reizt mich die Rubrik Herzensbücher die Janika und Sabrina ins Leben gerufen haben. Jeden Monat verfluche ich mich dafür, dass ich schon wieder vergessen habe, einen Beitrag zu schreiben. Aber heute ist es endlich soweit: ich stelle euch mein erstes Herzensbuch vor! Welches das ist, erfahrt ihr im Folgenden. Aber was verstehen die Beiden eigentlich unter Herzensbüchern und gibt es bestimmte „Regeln“ die beachtet werden sollten?


Ein kleiner Überblick

  • Jeder von uns hat wahrscheinlich das ein oder andere Herzensbuch, dass er/sie nicht oft genug lesen kann, behütet als wäre es der heilige Gral oder es einfach nur jemandem blind weiterempfehlen würde. Dir fällt schlagartig ein Buch ein? Herzlichen Glückwunsch! Du hast eins deiner Herzensbücher gefunden.
  • Immer am 20. des Monats wird ein neues Herzensbuch vorgestellt. Blog/Twitter/Instagram (nutzt nur den #Herzensbücher) – ihr könnt frei wählen. Fühlt euch frei, denn alles ist erlaubt. Also her mit euren liebsten Büchern!
  • Der Beitrag sollte max. aus 500 Wörtern. Erklärt kurz und knapp, warum euch dieses Buch so wichtig ist.
  • Markiert Janika und Sabrina in eurem Beitrag.
  • Und zuletzt der wohl wichtigste Punkt: „Habt Spaß und verteilt die Liebe der Herzensbücher in der Welt.“ (Zitat)

Verbrechen – Ferdinand von Schirach

Meine Liebe zu „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach begann äußerst holprig Von Schirach war mir bis zum Tag X (ein warmer Sommertag, viele Menschen in der Stadt und ich super genervt von meinen Uniaufhaben) völlig unbekannt. Aber mein Weg hat mich in die Buchhandlung meines Vertrauens geführt – eigentlich wollte ich nur ein wenig stöbern und buchige Luft einatmen, aber dann sah ich es: „Verbrechen“. Der Klappentext hatte mich sofort gecatched. Warum werden Menschen zum Mörder? Eine Frage, die ich mich schon unzählige Male gestellt habe und eine vermeintliche Antwort war nahe.

Aber was sagt mir mein Gewissen? Ich soll es liegen lassen, immerhin wolle ich doch eigentlich Geld sparen. Tatsächlich habe ich darauf gehört und habe die Buchhandlung ohne Buch verlassen. Aber bereits zu Hause ärgerte ich mich so sehr über mich selbst, dass ich am nächsten Tag noch einmal losgezogen bin.

Long story short: Eine wahrlich gute Entscheidung!

Denn das Ganze ist jetzt fast ein Jahr her und noch immer denke ich oft an die einzelnen Figuren zurück. Ich erwische mich von Zeit zu Zeit dabei, wie ich es aus meinem Bücherregal nehme, das Cover „streichle“ und mir nochmal alles durch den Kopf gehen lasse.

Entgegen meiner Erwartung hat mich „Verbrechen“ nämlich eiskalt erwischt, denn eine Antwort auf meine Frage gab es nur bedingt. Dafür aber jede Menge Gefühle und Emotionen, die ich erst einmal einsortieren und verarbeiten musste. Von Schirach ist es, mit seinem wundervollen Sprachstil, gelungen, dass ich Mitleid mit den Mördern empfunden habe. Eine Entwicklung mit der ich niemals gerechnet hätte. Zumal bisher kein weiteres Buch von von Schirach dies in mir auslösen konnte. Mir hat „Verbrechen“ einen wichtigen Aspekt vors Auge geführt, den man so nie vergessen sollte: Unsere Welt ist nicht nur schwarz und weiß. Es gibt eine Unmenge an verschiedenen Grautönen. Nach außen hin ist nicht alles das, was es zu sein scheint. Dies versucht von Schirach, schon in den ersten Zeilen, mit dem folgenden Zitat, deutlich zu machen.


Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich. (Werner K. Heisenberg)



„Verbrechen“ habe ich schon oft weiterempfohlen und es werden wohl noch einige Male hinzukommen. Für mich ein wahres Herzensbuch, dass definitiv den ersten Artikel zu dieser Rubrik verdient hat.

Eure Isa.

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