Rezension,  Roman

Der Tätowierer von Auschwitz – Heather Morris

Aufmerksam wurde ich auf Der Tätowierer von Auschwitz wie so oft auf Instagram, genauer gesagt durch Marina von cozydayscoffeebooks (schaut doch mal auf ihrem neuen Blog vorbei). Vermutlich hätte ich es nie in Erwägung gezogen, dieses Buch zu kaufen, denn Romane, die auf historischen Ereignissen aufbauen, habe ich bisher nur vereinzelt und zu meist mit schulischem Hintergrund gelesen. Aber ich predige euch immer wieder vor, dass ihr eure Komfortzone verlassen und etwas neues entdecken sollt. Da kann ich mich selbst natürlich nicht außen vor lassen. Also wurde Der Tätowierer von Auschwitz gekauft und ich bin über diese Entscheidung unfassbar froh!

 

Zur Autorin:

Heather Morris lebt und arbeitet in Australien. Ihr wurde die Ehre zu Teil, die Geschichte von Lale Skolov aufschreiben zu dürfen. Denn all die Jahre hat er sich nicht getraut, seine Geschichte zu erzählen. Der Tod seiner Frau ändert seine Ansichten grundlegend. Der Nationalsozialismus und somit auch ihre Vergangenheit soll nicht in Vergessenheit geraten. Die erste deutsche Ausgabe ist am 01.08.2018 im Piper-Verlag erschienen.

 

Allgemeine Infos zum Buch:


Titel: Der Tätowierer von Auschwitz

Autorin: Heather Morris

Verlag: Piper

Seiten: 304

Preis: Paperback (16€); E-Book (14,99€)

Über folgende Links gelangt ihr direkt zum Buch:

Thalia; Amazon oder schaut direkt beim Piper – Verlag vorbei!

 

 

Zum Inhalt:

1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.

Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

 

Meine Meinung:

Der Tätowierer von Auschwitz ist ein Buch, dass zur richtigen Zeit veröffentlicht wurde, denn die Welt und vor allem Deutschland ist in einem gefährlichen Umbruch. Parteien wie die AfD bekommen immer mehr Zuspruch und Schüren die Ängste mit ihren Parolen. Du und ich, wir haben den Nationalsozialismus nicht miterlebt und können uns nur schwer vorstellen, wie es die NSDAP geschafft hat, die Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen. Aber frag doch mal bei deinen Großeltern oder älteren Nachbarn nach. Vielen kommt die aktuelle politische Lage gefährlich bekannt vor und genau dann sind solche Bücher wie Der Tätowierer von Auschwitz wichtig. Ich weiß, dass es vermutlich ein Buch ist, dass viele nicht lesen werden, aber die, die es lesen, erkennen vielleicht, dass so etwas skrupelloses und markabreres nie wieder passieren darf. Wir sind alle gleich – egal welche Hautfarbe, Nation oder Religion. Also spread LOVE, not war!

Aber wer jetzt denkt, dass Der Tätowierer von Auschwitz nur von den politischen Gräueltaten handelt und diese bis in die kleinsten Fassetten beschrieben werden, der irrt. Denn zwischen all der Dunkelheit findet sich ein kleiner Lichtblick – die Liebe von Lale und Gita. Diese Liebe wird allerdings nicht kitschig oder übertrieben dargestellt, sondern mit den Möglichkeiten, die es gab.

Beginnen wir am Anfang der Handlung: Der junge Lale opfert sich für seine Familie auf, indem er in den Deportationszug steigt. Nach einer langen Fahrt kommt er im April 1942 in Auschwitz an. Doch statt im Selbstmitleid zu baden nutzt er die Chancen, die ihm das Leben bietet – er wird der Tätowierer von Auschwitz. Das „Glück“, das ihm zu Teil wurde, hat er wohl erst viele Jahre später erkannt.
Die Angst und vor allem die Wut der Menschen wird mithilfe des Sprachstils auf den Leser übertragen.

Der Sprachstil ist sehr angenehm und fesselnd zu lesen. Zeitweise wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn zum Ende jedes Kapitels – sie sind nicht allzu lang – stieg die Spannung ins unermessliche und ich wollte unbedingt wissen, welche Hürden er als nächsten meistern muss. Besonders gefallen hat mir, dass sich die Angst und vor allem die Wut der Menschen mithilfe der Sprache auf mich übertragen hat. Ich hatte zeitweise Gänsehaut, musste lachen und auch weinen. Dieses Werk schafft es, die tiefsten Gefühle ans Tageslicht zu bringen. Ich kann zum Teil auch verstehen, warum Lale seine Geschichte jahrelang nicht erzählen wollte. Denn er hatte im KZ ein verhältnismäßig privilegiertes Leben. Seine Anstellung als Tätowierer hat ihm mehr als einmal das Leben gerettet.

Für mich ist Der Tätowierer von Auschwitz in absolut tolles Buch, dass nicht nur die Geschichte einer dunklen Zeit erzählt, sondern eine wundervolle Liebesgeschichte zu Tage bringt. Habt keine Angst vor dem Stoff, denn ihr werdet belohnt. Für mich ein absolutes Lesehighlight, wenn nicht sogar Jahreslight, dass definitiv 5/5 verdient hat!

Eure Isa.

 

PS:
Eigentlich wollte ich diese Rezension nicht allzu politisch gestalten, aber mir ist es unfassbar wichtig, dass die aktuellen Umstände, die in der Gesellschaft vorhand nehmen, nicht ignoriert werden und es nie wieder zu solchen Ausgrenzungen kommt. Denn 1942, das Jahr an dem Lale deportiert wurde, ist erst 76 Jahre her – also noch nicht mal ein volles Jahrhundert! Wir sind ALLE gleich, also behandelt euch gegenseitig so und nutzt eure Stimme, denn wir sind laut und wir sind mehr!

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