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#buylocal vs. Onlinehandel

Bei Instagram läuft aktuell eine Aktion #AmazonvsBuchhandel, die von Janina, Rebecca und René ins Leben gerufen wurde. Sie inspirierte mich zu diesem Blogpost.

Vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass eine meiner liebsten Buchhandlungen 2020 schließen muss – der Kampf gegen den Onlinehandel ist einfach nicht mehr zu schaffen. Natürlich ist dies nichts neues und die örtlichen Unternehmen in Städten warnen von Zeit zu Zeit immer mal wieder davor, dass die Innenstädte aussterben werden, aber die Schließung einer familiengeführten Buchhandlung trifft mich persönlich sehr. Da geht nicht nur ein Geschäft in der Innenstadt verloren, sondern auch ein Zufluchtsort zum Stöbern, Schmöckern und Wohlfühlen – für mich ein Ort zum Erden, indem man gerne mal Neues entdecken und mit den HändlerInnen ins Gespräch kommen kann.

Weil ich diesen Ruheort von Zeit zu Zeit einfach brauche, bestelle ich schon lange keiner Bücher mehr beim großen A. Ich möchte aktiv die Buchbranche und den Einzelhandel unterstützen. Dabei ist es egal, ob man die Bücher im Onlineshop der Buchhandlung bestellt oder kurz in der Lieblingsbuchhandlung vorbeischaut und den entsprechenden Titel vor Ort bestellt. Das Ergebnis ist letztendlich dasselbe. Wie ich meine Bücher bestelle, möchte ich euch an einem kleinen Beispiel verdeutlichen.


Ein Beispiel

Letzte Woche empfahl mir die liebe Juliane von I am Jane einige Bücher von Liane Moriarty. Ich entschied mich für „Tausend kleine Lügen“ und statt mir den Artikel Online zu bestellen, entschied ich mich für die örtliche Buchhandlung, denn auch hier kommen die Bücher innerhalb von 24h (wenn ihr sie in der Filiale persönlich abholt – der Versand nach Hause dauert etwas länger) an. Also fix im Onlineshop der Buchhandlung nachgeschaut, ob sie es vorrätig haben – hatten sie nicht (mich hätte es allerdings auch gewundert, da „Tausend kleine Lügen“ schon etwas älter ist). Statt jetzt beim großen A zu bestellen, womit es diesmal tatsächlich früher bei mir angekommen wäre – mir war es nicht möglich in den folgenden Tagen die Buchhandlung zu besuchen – entschied ich mich trotzdem für eine Bestellung bei meiner Lieblingsbuchhandlung: online bestellen – in der Filiale abholen. Wenige Clicks und ein großes Ergebnis: Die Buchbranche ist glücklich, der stationäre Handel ist glücklich und ich bin im Besitz eines neuen Buches. Etwas Kleines, dass viel bewirken kann.

Und wenn man ja sowieso in der Buchhandlung ist, kann man ja auch noch etwas stöbern und findet vielleicht den ein oder anderen Titel, der langfristig auf die Wunschliste wandern darf. Oder man verbindet den Gang zum Buchladen mit einem schönen (aktuell passend) herbstlichen Spaziergang oder Erledigungen.


Falls euch das bisher noch nicht überzeugen konnte

Wenn euch das alles noch nicht überzeugen konnte, dann vielleicht der Aspekt, dass ihr der Umwelt etwas Gutes tut, wenn ihr Lokal einkauft. Im Gegensatz zum Onlineshop werden in den Buchhandlungen eure Bestellungen nämlich nicht einzeln verpackt und versendet, sondern in Mehrwegwannen an die Buchhandlung geliefert. Dabei tritt eure Bestellung die Reise nicht allein an, sondern mit allen anderen Bestellungen der jeweiligen Buchhandlung. Damit spart ihr nicht nur Ressourcen, sondern auch die Zeit eures Postboten (falls ihr nicht zu Hause seid) und vor allem euch selbst einige Nerven, denn wer kennt nicht die lieblos in den Briefkasten gequetschten Pakete – da möchte man es doch gar nicht mehr auspacken (wie das Buch innendrin aussieht, kann man ja dann meist schon erraten).


Warum ich in meinen Rezensionen trotzdem Amazon verlinke…

Mit dieser Entscheidung habe ich lange mit mir selbst gehadert und so richtig glücklich bin ich immer noch nicht damit, aber viele haben nun mal ein Amazonkonto und Käufer greifen eher auf die Anbieter zurück, bei denen sie sowieso einen Account haben, statt woanders einen Neuen zu erstellen. Das bedeutet für mich, die Augen zu und durch. Ein verkauftes Buch ist doch besser als kein verkauftes Buch.
Und während ich das hier schreibe, zweifle ich diese Entscheidung wieder einmal sehr stark an und werde wohl langfristig in meinen Rezensionen auf diese Verlinkung verzichten.


Wofür ich Amazon noch nutze?

Zum Erstellen meiner Wunschliste und zum Nachlesen der Klappentexte und Infos (Seitenzahl, Preis, Erscheinungstag, etc.). Das ist alles, was ich in Verbindung mit Büchern beim großen A noch tätige und damit lebt es sich ziemlich gut – für euch getestet.


Wie sieht es denn bei euch aus? Team Buchhandel oder Team Onlineshop?

Eure Isa

2 Comments

  • René

    Hallo Isa,

    vielen Dank für deinen Artikel! Es bedeutet uns wirklich viel, dass dir das Thema so am Herzen liegt, dass du einen Blogbeitrag geschrieben hast. Mit dem letzten Absatz sprichst du mir aus der Seele. 😀 Abgesehen von eBooks und Prime Video sind es vor allem Wunschliste und die allgemeinen Infos zu Büchern, was ich nutze.

    Liebe Grüße
    René

    • Isa

      Hallo René,

      ich find es wirklich großartig, dass ihr gemeinsam so ein wichtiges Thema ansprecht. Sowas unterstütze ich immer gerne. 🙂

      Liebe Grüße
      Isa

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